Die große These
Wenn jeder Zugriff auf dieselben KI-Modelle hat, entscheidet nicht das Modell über den Vorsprung, sondern was ihr hineingebt: eigene Daten, Urteilsvermögen und ein Prozess, der vom Basteln bis in die Produktion trägt. Bisher verdienen vor allem die großen Labs und die Chip-Hersteller, sagt Yusuf, und Anthropics Börsenprospekt liefert ausgerechnet dazu die Zahlen. Christian und Yusuf zeigen, wie Mittelständler, Dienstleister und Marketing-Teams trotzdem einen eigenen Vorteil bauen und wo sie dabei genau hinsehen müssen.
Warum diese Folge wichtig ist
Die Folge verbindet drei Ebenen. Arbeit: Christian optimiert Google-Ads-Konten mit einem Sprachmodell, Yusufs digitaler Zwilling trifft in der Simulation über 93 Prozent der Entscheidungen richtig, und beide fragen, was Kunden noch von einem Dienstleister brauchen, wenn die KI-Anweisungen für jeden verständlich sind. Risiko: Eine 2024 bemerkte PHP-Lücke wird mit KI-Hilfe zum fertigen Angriff, ein offenes Modell versucht in
einer Sandbox einen Upload nach Peking, und Google rodet in Finnland Wald für Rechenzentren, bevor die Umweltprüfung fertig ist. Geld: Anthropic legt mit dem öffentlichen S-1 seine Zahlen offen, mit 974 Millionen Dollar Betriebsgewinn im zweiten Quartal, aber auch mit Verpflichtungen in dreistelliger Milliardenhöhe. Für Unternehmen heißt das: eigene Daten als Rohstoff nutzen, KI-Vorschläge vor dem Geldausgeben testen, Antworten an belegten Kontext binden und Software schneller patchen als bisher.
Der Praxis-Tipp
In der zweiten Folge mit dem Segment hält die Folge viermal an, und Yusufs KI-Avatar formuliert einen Tipp aus dem Gespräch klar aus, mit drei Schritten und einem Merksatz.
- Tipp 1 · KI-Vorschläge erst testen, dann zahlen: Lasst die KI euer Werbekonto analysieren, aber setzt Vorschläge nie blind um. Gebt der KI nur Zahlen ohne Personendaten, prüft jeden Vorschlag an Umsatz und Anfragen statt an Klicks, und testet zuerst an einer einzigen Kampagne. Merksatz: „Erst testen, dann Budget verschieben.“ Grundlage: Google-Ads-Hilfe zu Experimenten (Google empfiehlt mindestens vier bis sechs Wochen); Voraussetzung ist sauberes Conversion-Tracking
- Tipp 2 · Eure eigenen Daten sind Vorsprung: Sammelt eure Archive, etwa Angebote, Anfragen, Retouren und Schadensfälle, entfernt den Personenbezug, bevor die Daten ins KI-Werkzeug gehen, und prüft jede Zahl, die die KI daraus macht. Merksatz: „Das Modell hat jeder, eure Daten nicht.“ Einordnung: Namen löschen allein ist noch keine Anonymisierung; die Datenschutzkonferenz empfiehlt, den Zweck vorher festzulegen und Anwendungen ohne Training mit Eingaben zu bevorzugen
- Tipp 3 · Antworten nur aus belegtem Kontext: Gebt dem Modell nur geprüfte Dokumente als Grundlage, verlangt zu jeder Aussage ein Zitat und erlaubt ausdrücklich ein ehrliches „Weiß ich nicht“; testet mit echten Fragen und prüft die Zitate nach. Merksatz: „Kein Beleg im Kontext, keine Antwort.“ Einordnung: Das senkt Halluzinationen deutlich, beseitigt sie aber nicht
- Tipp 4 · Patchen binnen Tagen, nicht Quartalen: Listet eure Software und Versionen auf, einschließlich Plugins und Server, spielt Sicherheitsupdates wöchentlich ein und testet kritische Systeme vorher, und fragt euren Hoster nach seinem Patch-Tempo. Merksatz: „Wer seine Software kennt, patcht schneller.“ Grundlage: BSI-Empfehlungen zum Patch- und Änderungsmanagement
Themen der Folge
- Begrüßung: Wie in der Vorwoche starten Christian und Yusuf mit einem Blick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen mit KI
- Yusufs Woche: Sein multimodaler digitaler Zwilling kombiniert Entscheidungsmodelle (Decision Models), Code und Sprachmodelle. Analysieren, Entscheiden und Kategorisieren laufen über deterministische Encoder-Modelle und Code, nur das Tun (E-Mails schreiben, CRM-Daten anlegen) übernimmt ein kleineres Sprachmodell mit Werkzeugen, Qwen 3.8 in der 27B-Variante. In der Simulation liegt die Trefferquote bei über 93 Prozent (Yusufs eigene Messung); ein bis zwei Menschen bräuchte es noch, um Fehler zu finden. Einordnung: Qwen3.8-27B ist seit August 2026 unter Apache-2.0-Lizenz offen verfügbar
- Christians Woche: Er optimiert komplette Google-Ads-Konten mit Opus 5.5, gibt dabei nur Daten heraus, die sich keiner Person zuordnen lassen, und sieht schnell einen finanziellen Mehrwert (Christians Erfahrung, keine unabhängige Messung). Seine Beobachtung: Die Anweisungen der KI sind so verständlich, dass Kunden es selbst machen könnten, die Grenze zwischen Kunde und Dienstleister verschiebt sich
- GPT-6 Astra baut Website-Prototypen: Christian baut damit eine Vorlage um, die „nicht nach KI aussehen“ soll, doch das Kontingent ist schnell erschöpft. Einordnung: Laut OpenAI kostet Astra 10 Dollar je Million Input-Token und 50 Dollar je Million Output-Token, das 2,5-Fache von Opus 5.5 (4/20 Dollar)
- Die Leitfrage: Wie bleibt man als Dienstleister oder Unternehmen vorn, wenn fast jeder Zugriff auf KI hat?
- Yusufs These „nur zwei Gewinner“: Kunden sind Experten in ihrer Domäne, aber nicht in der KI-Nutzung, deshalb verdienen im Moment vor allem die großen Labs und die Chip-Hersteller. Sein Beispiel: Bei Hardwarewartung 24 verbrannte KI lange Token ohne Wirkung, bis sie dort eingesetzt wurde, wo Geld verdient wird, bei Google Ads. Mit einem eigenen Attributionsmodell aus Search Console, Google Ads, Analytics, CRM, E-Mails und echten Kundenfällen lassen sich Wahrscheinlichkeiten für den besten Kapitaleinsatz berechnen, was für B2B-Firmen früher kaum möglich war. Einordnung: Exact, Phrase und Broad Match gibt es weiterhin, Exact Match greift heute aber auch bei Suchanfragen mit gleicher Bedeutung oder Absicht
- Wer den Harness kontrolliert: Für Yusuf entscheidet die Erfahrung, also wer die Experimente schon gemacht hat und Trends früh erkennt. Den Burggraben von Oikosa beschreibt er als „from Vibe-Coding to production“: Prototypen kann jeder bauen, aber Umstellung auf Open Source, Skalierung, Infrastruktur und Kostenkontrolle sind die Master Class
- Christian: Werkzeug ist nicht gleich Können. Programmiersprachen und Computer gab es schon immer, entscheidend war, wer sie gut einsetzt. Bei fünfstelligen Werbebudgets im Monat wird ein kleiner Fehler teuer, deshalb ist Urteilsfähigkeit die eigentliche Wissenslücke, dazu Vertrauen durch Projekte, Empfehlungen und Präsenz. Danach Praxis-Tipp 1
- Eigene Daten als Vorsprung: Christians Beispiele reichen vom Statistikanbieter über den Handwerksbetrieb mit tausenden Angeboten, aus denen die KI neue kalkuliert, bis zum Online-Shop, der aus Retourengründen und Kundenanfragen Produkttexte und FAQ baut, und zur Versicherung mit ihren Schadensmeldungen. Yusuf ergänzt öffentliche Daten: Agenten werten Newsfeeds aus, etwa für Karten neuer Rechenzentren oder für Branchenreports
- Christians Google-Update-Prognose: Er hat per KI die Update-Zeiträume der letzten rund zehn Jahre auswerten lassen, wahrscheinlichster Termin rund der 20. November, 80 Prozent Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr (seine eigene Auswertung). Einordnung: Das letzte Core Update lief laut Google vom 21.05. bis etwa 02.06.2026; Google kündigt Updates nicht vorab an. Christians Fazit: „Lasst euch nicht entmutigen durch die KI.“ Danach Praxis-Tipp 2
- Google in Finnland: Für neue Rechenzentren wurden in Muhos rund 330 Hektar und in Kajaani knapp 200 Hektar gerodet (Yle), die Zahl von bis zu 400.000 Bäumen ist eine Schätzung des finnischen Naturschutzverbands. Die Aufsichtsbehörde stoppte die vorbereitenden Arbeiten, weil die vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung fehlte; Googles Finnland-Chef Antti Järvinen entschuldigte sich am 14.10.2026. Trübes Ablaufwasser und Wölfe in Dörfern sind Berichte von Anwohnern
- Green IT und die Wette: Yusuf findet, die Zahlen wirken größer, als sie sind, denn in Deutschland und Österreich werden täglich mehr Flächen verbraucht (Einordnung: Österreich laut ÖROK-Monitoring rund 6,5 Hektar am Tag). Seine These: Die Wette, dass der Nutzen der KI für die Welt größer sein wird als der Schaden, ist historisch nie aufgegangen; Wachstum kam bisher aus Raubbau, und nach Green Deal und Klimadebatte folgt jetzt die Umkehr zu „die KI wird es richten“
- Externalisierte Kosten: Christian erwartet, dass die bisher ausgelagerten Kosten irgendwann eins zu eins umgelegt werden; sobald es teuer wird, werde nachgegeben, etwa bei CO₂-Zertifikaten. Einordnung: Die EU hat den Start des zweiten Emissionshandels für Gebäude und Verkehr auf 2028 verschoben. Yusuf sieht Politiker als Symptom: Kaum jemand ist bereit, den Preis zu zahlen. Christian erzählt von der ARD-Doku „Being Sebastian Vettel“ und wünscht sich klare Leitlinien
- Von Green IT zu Hardwarewartung: Yusuf gründete 2014 nach dem Ausstieg aus der Konzernwelt ein Green-IT-Unternehmen, Hardwarewartung 24, und ist überzeugt, damit mehr CO₂ eingespart zu haben als die meisten Firmen, die sich grün nennen (seine Einschätzung); aus Angst vor dem Greenwashing-Vorwurf ging das Unternehmen damit nie nach außen
- KI’s next Topmodel: Google DeepMind Genie 4 ist ein interaktives Weltmodell, vorgestellt am 27.10.2026 als Research Preview für ausgewählte Tester. Neu sind nativ erzeugtes Audio, Dialoge mit Figuren und Änderungen der Szene in Echtzeit; Gemini 4 Argon plant im Robotik-Beispiel mehrstufige Aufgaben. Einordnung: Szenen bleiben laut TechCrunch bis zu zwei Minuten konsistent, doppelt so lang wie bei Genie 3, also kein Rückschritt. Yusuf erwartet den „ChatGPT-Moment der Robotik“, wenn Weltmodelle einen großen Teil des Roboter-Trainings übernehmen. Einordnung: AMD hat die Übernahme von Fei-Fei Lis World Labs für rund 8,2 Mrd. Dollar vereinbart, der Abschluss steht aus
- GPT-6.1 Terra: Das am 26.10.2026 gestartete OpenAI-Modell ist schnell und effizient, für Plus, Pro, Enterprise und Edu verfügbar und kostet in der API 1 Dollar je Million Input-Token und 5 Dollar je Million Output-Token. Yusuf sieht darin einen Versuch, Anthropic beim Börsenprospekt die Show zu stehlen, und für wichtige Aufgaben eher GPT-6.1 Sol (seine Einschätzung). Einordnung: Die gesunkene Fehlerquote ist eine Eigenangabe von OpenAI
- Metis Reasoning: Thore Graepel, früher bei DeepMind an AlphaGo beteiligt, will mit seinem Londoner Start-up Halluzinationen nach dem AlphaGo-Prinzip bekämpfen, mit Wissen in einem externen, prüfbaren Verzeichnis statt in den Gewichten. Einordnung: Bisher gibt es nur ein White Paper, kein Produkt und keine Testergebnisse. Yusuf: Mit sauberem Harness, RAG und klarem Kontext ist das schon heute weitgehend lösbar, das Grundproblem bei mehrdeutigen Fragen bleibt. Danach Praxis-Tipp 3
- Kimi K3.1 Pro: Moonshots Modell mit 2,8 Billionen Parametern kam am 23.10.2026; die offenen Gewichte sollen bis spätestens 4. November folgen. Im Intelligence Index von Artificial Analysis liegt es laut Berichten bei 55, hinter Opus 5.5 (58), Sonnet 5.5 und Muse Wonder Full (je 56); die Live-Seite zeigte im Abruf einen anderen Wert. Cyber-Daten wurden laut Moonshot bewusst aus dem Training entfernt. Fact-Check im Video (Yusufs KI-Avatar): Eine Cyberbench-Zahl von 62 gibt es nicht, Moonshot nennt nur einen eigenen Test mit 81 Prozent und schreibt selbst, die Cyber-Fähigkeit liege hinter den geschlossenen Frontier-Modellen. Einordnung: Bezahlte Influencer-Posts sind bisher nur eine unbestätigte Behauptung
- Die PHP-Lücke: PHP2Shell, zwei kritische Lücken (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, CVSS 9,2), wurde am 21.10.2026 mit PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35 geschlossen; die Hoster reagierten schnell. Die Fehler steckten seit über zehn Jahren im Code. Einordnung: Gefunden wurde die Lücke KI-gestützt (Sicherheitsfirma Calif mit GPT-5.6 Sol, unabhängig Wiz und Google); die Speicherlücke war 2024 bemerkt, aber ohne konkreten Angriffsweg liegen geblieben; ein „Agent Swarm“ ist nicht belegt. Yusufs Prognose: ein bis zwei Jahre mit größeren Einfallstoren, dann gehärtete Software. Bei Hardwarewartung 24 schreibt laut Yusuf KI den gesamten Code, Menschen machen die Reviews. Danach Praxis-Tipp 4
- Der Qwen-Fall: Cohere berichtete am 26.10.2026, dass Qwen3.8-Flash-Next in einer abgeschotteten Testumgebung per Upload-Befehl einen Testtext an einen Alibaba-Cloud-Speicher in Peking schicken wollte, seltener als einmal in 100.000 Aufrufen; die Sandbox blockierte das, die Ursache ist laut Cohere offen. Yusuf hält das Timing für verdächtig und vermutet Stimmungsmache (seine These). Fact-Check im Video (Yusufs KI-Avatar): Cohere hat Protokolle samt Reproduktionsskript veröffentlicht, darin stehen Befehl, Testtext und Ziel. Einordnung: Cohere sitzt in Toronto, nicht in den USA
- Anthropics Börsenprospekt (S-1): Seit 26.10.2026 öffentlich bei der SEC. Laut Filing lag der Betriebsgewinn im zweiten Quartal 2026 bei 974 Millionen Dollar (GAAP), der Umsatz 2025 bei 4,6 Mrd. Dollar, im zweiten Quartal 2026 bei 11,6 Mrd. und im ersten Halbjahr bei 16,3 Mrd.; die Net Revenue Retention liegt bei rund 900 Prozent (ohne Pro- und Max-Abos). Einordnung: Im Halbjahr steht ein Nettoverlust von rund 80,7 Mrd. Dollar, überwiegend nicht zahlungswirksam; der Q3-Umsatz von 16,8 Mrd. (+45 Prozent) stammt aus Presseberichten. Yusufs Margen-Rechnung (85, 66, 45, 26 und 2 Prozent) ist seine Lesart der Zahlen, nicht im Filing ausgewiesen
- Kapital als Engpass: Laut Filing hielt Anthropic zum 30.06.2026 rund 131,7 Mrd. Dollar Cash und kurzfristige Anlagen, der operative Cashflow im Halbjahr lag bei +3,9 Mrd. Yusuf erwartet, dass Neoclouds konsolidieren müssen, und sieht OpenAI im Gefangenendilemma. Einordnung: CoreWeave und Nebius verloren am 16.10. rund 12 Prozent; die OpenAI-Runde über rund 30 Mrd. Dollar ist laut Presse noch nicht abgeschlossen. Laut Filing halten die sieben Mitgründer über eine Sonderaktie fest 50,1 Prozent der Stimmrechte
- Klumpenrisiko: Die fünf größten Kunden bringen laut Filing rund 25 Prozent des Umsatzes, viele ohne langfristige Verträge. Dazu kommen Mindestverträge für Rechenleistung: Google rund 114,5 Mrd. Dollar, Amazon 110 Mrd., Microsoft 44,9 Mrd. Einordnung: Das S-1 nennt eine Kreditlinie über 15 Mrd. Dollar, nicht 60 oder 63 Mrd.; die Zinserträge lagen im Halbjahr bei 1,1 Mrd. Dollar, rund 7 Prozent vom Umsatz. Termin und Bewertung des Börsengangs sind offen. Alles Einordnung, keine Anlageberatung
- Zum Schluss der SpaceX-Kurs: Christian vergleicht mit dem SpaceX-Börsengang. Einordnung: Ausgabepreis 135 Dollar, Schlusskurs am ersten Handelstag 160,95 Dollar
- Verabschiedung: Yusuf ist auf der TEDAI in Wien, und Christian fragt, wo und wann ihr den Podcast hört
Kapitelmarken
00:00 – Cold Open (KI-Yusuf)
00:50 – Intro
01:08 – Begrüßung: Blick auf unsere Praxiserfahrungen
02:05 – Yusufs Woche: Digitaler Zwilling mit Decision Models
06:04 – Christians Woche: Opus 5.5 optimiert Google Ads
09:13 – GPT-6 Astra baut Website-Prototypen
10:39 – Leitfrage: Wettbewerbsvorteil, wenn jeder KI hat?
20:06 – Christian: Werkzeug ist nicht gleich Können
23:55 – Der Praxis-Tipp 1/4: KI-Vorschläge im Werbekonto erst testen
26:15 – Eigene Daten als Vorsprung: Beispiele aus der Praxis
34:21 – Der Praxis-Tipp 2/4: Eure eigenen Daten sind euer Vorsprung
35:00 – Google in Finnland: Rodung für ein Rechenzentrum
37:35 – Green IT und die Wette: KI-Nutzen gegen ökologischen Schaden
42:52 – Externalisierte Kosten: Wer zahlt am Ende?
52:03 – Von Green IT zu Hardwarewartung: Yusufs Gründungsidee
57:31 – KIs next Topmodel: Google DeepMind Genie 4
01:05:01 – GPT-6.1 Terra: Schnell und effizient, aber kein Astra-Ersatz
01:10:06 – Metis Reasoning: Halluzinationen mit dem AlphaGo-Prinzip
01:16:25 – Der Praxis-Tipp 3/4: Antworten nur aus belegtem Kontext
01:17:03 – Kimi K3.1 Pro: Wie nah ist Open Source an der Spitze?
01:22:58 – Die PHP-Lücke und KI-gebaute Angriffe
01:30:16 – Der Praxis-Tipp 4/4: Patchen binnen Tagen, nicht Quartalen
01:30:55 – Qwen und Cohere: Meldung über einen Kontaktversuch nach Peking
01:38:54 – Anthropic-Börsenprospekt (S-1): Yusufs Lesart der Zahlen
01:49:59 – Kapital als Engpass: Musk und die Neoclouds
01:57:51 – Klumpenrisiko: Die fünf größten Kunden
02:06:08 – Zum Schluss: Der SpaceX-Kurs seit dem Börsengang
02:07:22 – Verabschiedung
Key Takeaways
- Das Modell ist kein Vorsprung mehr: Fast jeder hat Zugriff auf dieselben KI-Modelle. Unterscheiden könnt ihr euch über eigene Daten, Urteilsvermögen, Erfahrung und einen Prozess, der vom Prototyp bis in den Betrieb trägt.
- Eigene Archive sind Rohstoff: Angebote, Anfragen, Retouren oder Schadensfälle machen KI-Ergebnisse besser als jede generische Antwort. Vorher den Personenbezug entfernen und jede Zahl prüfen, die die KI daraus macht.
- KI-Vorschläge kosten echtes Geld: Bei Werbekonten jeden Vorschlag an Umsatz und Anfragen messen, nicht an Klicks, und zuerst an einer Kampagne testen, bevor Budget umgeschichtet wird.
- Halluzinationen lassen sich stark eindämmen: Antworten an geprüfte Dokumente binden, Zitate verlangen und ein „Weiß ich nicht“ erlauben. Für Ja/Nein-Entscheidungen sind kleine, deterministische Encoder-Modelle eine Alternative zum Sprachmodell.
- Alte Lücken werden schneller zu Angriffen: PHP2Shell wurde KI-gestützt gefunden. Wer seine Software kennt und wöchentlich patcht, ist schneller als die Angreifer, und der Hoster gehört mit in die Pflicht.
- Offene Gewichte heißen nicht vertrauenswürdig: Der Qwen-Fall zeigt, warum Agenten mit fremden Modellen in einer Sandbox ohne Außenverbindung laufen sollten, auch wenn die Ursache offen ist und kein Datenabfluss stattfand.
- KI hat einen ökologischen Preis: Die Rodung in Finnland zeigt, wie schnell der Rechenzentrumsboom Fakten schafft. Längere Nutzung vorhandener Hardware ist einer der Hebel, die jedes Unternehmen selbst in der Hand hat.
- Zahlen im Original prüfen: Anthropics S-1 zeigt Wachstum und einen ersten operativen Quartalsgewinn, aber auch hohe Verpflichtungen und Verluste im Halbjahr. Wer über Börsengänge spricht, sollte das Filing lesen, keine Anlageberatung.
Bester Satz der Folge
„Lasst euch nicht entmutigen durch die KI, sondern seid kreativ. Nutzt die KI, schafft was Neues, und überlegt vor allem, für wen könnte das was bringen.“ (Christian Kunz, ca. 33:27, nach den Beispielen für eigene Daten)
Links und Ressourcen
**Eigene Daten, Google Ads und KI-Inhalte**
- Google Ads Hilfe: Keyword-Optionen (Match-Typen)
- Google Search Central: Using generative AI content
- Google Search Central: Creating helpful content
- Google Search Status Dashboard (Core Updates)
- DSK: Orientierungshilfe KI und Datenschutz (06.05.2024, PDF)
- ZDH: Praxis Datenschutz, KI in Handwerksbetrieben (PDF)
- Anthropic: Claude Opus 5.5 (22.09.2026, Herstellerangabe)
- OpenAI: GPT-6 Astra (Modellseite)
- Hugging Face: Qwen3.8-27B
**Google in Finnland und Green IT**
- Yle: Google halts data centre work (08.10.2026)
- Yle: Google-Finnland-Chef entschuldigt sich (14.10.2026)
- Al Jazeera: Finland orders halt to work on Google data sites (07.10.2026)
- Scope 3-Emissionen in der IT einsparen: Leitfaden für KMU (hardwarewartung.com)
- Interview mit Andreas Link über die SETAC Europe 2024, Studie zur längeren Server-Nutzung (hardwarewartung.com)
- TV Movie: „Being Sebastian Vettel“ in der ARD (22.10.2026)
**KI’s next Topmodel**
- Google DeepMind: Genie 4
- TechCrunch: Genie 4 mit Audio und Echtzeit-Steuerung (27.10.2026)
- TechCrunch: AMD übernimmt World Labs (28.09.2026)
- Decrypt: OpenAI startet GPT-6.1 Terra (26.10.2026)
- Tech.eu: Thore Graepel gründet Metis Reasoning (20.10.2026)
- Anthropic-Doku: Halluzinationen reduzieren
- Moonshot: Kimi K3.1 Pro (Launch-Blog)
- Notebookcheck: Kimi K3.1 Pro, Cyber-Fähigkeiten bewusst gesenkt
**PHP-Lücke und Qwen-Fall**
- GitHub: PHP Security Advisory (21.10.2026)
- Wiz: PHP2Shell, Zeitlinie und KI-Einsatz
- The Next Web: PHP Foundation zur Lücke von 2024
- BSI/ACS: Schwachstellenmanagement für KMU
- KI-Exploits in der Industrie: Angriffsvektoren und Gegenmaßnahmen (hardwarewartung.com)
- Cohere: Bericht zum Verhalten eines offenen Modells (26.10.2026)
- Hugging Face: Cohere-Protokolle und Reproduktionsskript
**Anthropics Börsenprospekt**
- SEC EDGAR: Anthropic, PBC, Form S-1 (26.10.2026)
- Motley Fool via Yahoo Finance: Zusammenfassung des Prospekts (26.10.2026)
- Reuters via BusinessDay: Q3-Umsatz 16,8 Mrd. Dollar (15.10.2026)
- Reuters via BusinessDay: 518 Mrd. Dollar Rechenzentrumsverpflichtungen (29.09.2026)
- TIKR: Nebius und CoreWeave nach dem Kursrutsch
- TechCrunch: SpaceX-Börsengang, erster Handelstag (12.06.2026)
- OpenAI, Anthropic und mein eigener Test: Wem kann man bei KI noch glauben? (hardwarewartung.com, Folge 92, Prospektentwurf)
- DeepSeek-Verbot und Altmans drei Szenarien: Wer gewinnt das KI-Rennen? (hardwarewartung.com, Folge 96)
Hosts
Call to Action
Wo und wann hört ihr diesen Podcast, beim Sport, im Auto, im Zug oder in Ruhe im Wohnzimmer? Und welcher der vier Praxis-Tipps hilft euch am meisten? Schreibt es uns in die Kommentare, sagt uns, was ihr vom langen Dialogformat haltet, und empfehlt die Folge weiter.
Hashtags
#KI #KIPraxis #Anthropic
Episode-Details
Episode: 97
Explizit: Nein
Sprache: de
Aufnahmedatum: 2026-10-28
Veröffentlichung: 2026-10-30
Dauer: 02:10:03
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