Die Universität Tokio und Fujitsu wollen im Januar einen gemeinsamen Test für ein 'Workload Shifting' zwischen verschiedenen Rechenzentren beginnen. Das Pilotprojekt läuft bis zum 21. März 2026. Es ist Teil des „Watt-Bit Collaboration Project" in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger TEPCO Power Grid.
Grundlagen des Workload Shiftings
Im Kern steht die Verschiebung der Arbeitslast, etwa bei komplexen Berechnungen oder Cloud-Diensten. Anstatt diese Aufgaben an einem einzigen, festen Ort zu verarbeiten, werden sie aktiv zwischen verschiedenen Rechenzentren verschoben.
Das Ziel ist eine Optimierung der Datenverarbeitung basierend auf externen Bedingungen. Faktoren für eine solche Verschiebung sind beispielsweise die aktuellen Strompreise, die Auslastung des Stromnetzes oder die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien an einem bestimmten Standort. Auch das Risiko von Ausfällen oder Verzögerungen wird bei der Aufteilung berücksichtigt.
Hintergrund: steigender Energiebedarf
Der Test ist eine Reaktion auf den schnell wachsenden Stromverbrauch durch Rechenzentren. Gleichzeitig speisen immer mehr verteilte Energiequellen wie Solaranlagen oder Windkrafträder Strom in die Netze ein. Das Projekt verfolgt den Ansatz, den Strombedarf und die Informationstechnologie nicht mehr getrennt, sondern als gekoppeltes System zu betrachten.
Die Partner wollen beweisen, dass man Rechenzentren dezentralisieren kann. Das kann dazu beitragen, die Infrastruktur zu entlasten, weil der Stromverbrauch der Computer dorthin verlagert wird, wo gerade Energie – vorzugsweise aus erneuerbaren Quellen – verfügbar ist.
Ablauf des aktuellen Tests
In der aktuellen Testphase überprüfen die Universität Tokio und Fujitsu, ob Berechnungen mithilfe von Container-Technologie standortunabhängig durchgeführt werden können. Container-Technologie verpackt Software so, dass sie auf unterschiedlichen Systemen ohne Anpassung läuft.
Die Universität Tokio stellt für den Versuch ihre Supercomputer-Systeme und Anwendungsfälle aus der KI-Forschung zur Verfügung. Fujitsu integriert die Technologie zur Lastverschiebung und stellt Cloud-Dienste bereit. Langfristig sollen so Technologien entstehen, die eine Datenverarbeitung in Regionen mit viel erneuerbarer Energie ermöglichen.
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