Spaniens Stromnetz stößt an seine Kapazitätsgrenzen, was weitreichende Folgen für die Industrie und den Ausbau von Rechenzentren hat. Im Jahr 2024 wurden laut einem Bericht von CincoDías 33.159 Megawatt (MW) von insgesamt 67.154 MW beantragter Leistung für Netzanschlüsse abgelehnt. Das entspricht 49 Prozent aller Anfragen. Die Ablehnungsquote ist seit 2020, als sie bei 27 Prozent lag, stetig gestiegen.
Besonders betroffen ist die Industrie. Hier wurden Anträge für rund 10,7 GW nicht genehmigt, was laut Berechnungen der Aelec, der Vereinigung der Elektrizitätsversorgungsunternehmen, Investitionen in Höhe von rund 60 Milliarden Euro bedeutet, die nicht realisiert werden konnten.
Das habe laut Marta Castro vom Verband Eurelectric Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit Spaniens in Europa und erschwere außerdem das Erreichen von Dekarbonisierungszielen. Das Problem betrifft hauptsächlich den Norden des Landes, wo viele energieintensive Industrien angesiedelt sind.
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Rechenzentren sind ein weiterer Bereich mit hohem Bedarf. Auf sie entfielen die meisten Anträge für Netzanschlüsse, insgesamt mehr als 19 GW. Davon wurden rund 8 GW nicht genehmigt, während 461 MW bewilligt wurden und 10.9 GW noch in Bearbeitung sind. Die Kapazität der Rechenzentren in Spanien ist in den letzten sechs Monaten um 20 Prozent gewachsen. Allerdings stagniert das Wachstum in der Region Madrid, weil das Netz dort überlastet ist. Von September 2024 bis März 2025 verharrte die Kapazität in Madrid bei 792 MW.
Die Sättigung des Stromnetzes in Madrid hat dazu geführt, dass Betreiber neue Standorte für Rechenzentren suchen, an denen der Zugang zu Land und Energie keine Einschränkungen darstellt. Regionen wie Aragon, Valencia, Kantabrien und Extremadura gewinnen an Bedeutung. In Aragon wuchs der Sektor um 24 Prozent, mit Projekten von über 1.800 MW IT-Kapazität für das kommende Jahrzehnt. Katalonien, insbesondere Barcelona, verzeichnete ebenfalls ein deutliches Wachstum von 38 Prozent auf 275 MW. Der Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) erhöht den Strombedarf von Rechenzentren um das Drei- bis Fünffache, was die Anforderungen an die Energiekapazität steigert.
Die Aelec fordert Maßnahmen zur Beschleunigung der Regulierung. Dazu gehören die Identifizierung und Priorisierung panungsreifer Projekte, die Festlegung von Meilensteinen und die Verbesserung des Genehmigungsverfahrens, um die Nutzung des bestehenden Netzes zu fördern und den Netzausbau voranzutreiben.
Laut dem europäischen Fachverband Eurelectric sind jährliche Investitionen von 4,3 Milliarden Euro in die Netze notwendig. Spanien muss seine Netzinvestitionen erhöhen, ähnlich wie andere europäische Länder wie Frankreich und Deutschland.
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