Die US-Regierung gibt dem Ausbau der erneuerbaren Energien und den Maßnahmen der Vorgänger-Regierung die Schuld an steigenden Strompreisen. Eine nationale Energiekommission will nun einen großen Netzbetreiber dazu zwingen, fossile Kraftwerke zu bauen und von den Betreibern der Rechenzentren zu verlangen, für zusätzliche Energieversorgung selbst zu bezahlen.
Die aktuelle US-Administration hat eine Initiative vorgestellt, um die Energiekosten im Versorgungsgebiet des großen Netzbetreibers PJM zu senken. Obwohl die Regierung offiziell die Energiepolitik der Vorgängerregierung und den Rückbau fossiler Kraftwerke für die Preisanstiege und Instabilitäten verantwortlich macht, deutet eine Analyse der Situation auf andere Ursachen hin. Ein zentraler Faktor für die angespannte Lage ist der massiv wachsende Strombedarf durch die Ausbreitung von Rechenzentren. Der Netzbetreiber PJM, der eine Region mit rund 67 Millionen Menschen abdeckt, hat Schwierigkeiten, neue Erzeugungskapazitäten schnell genug bereitzustellen, um die explodierende Nachfrage zu decken.
Energieverbrauch durch KI enorm gestiegen
Die Kosten für die Bereitstellung von Kapazitäten sind in der betreffenden Region, zu der auch der sogenannte Rust Belt gehört, drastisch gestiegen, teilweise um das Siebenfache über wenige Jahre. Das liegt primär daran, dass der Energiebedarf durch Technologien wie künstliche Intelligenz schneller wächst als das Angebot an Strom. Die Regierung fordert nun, dass Betreiber von Rechenzentren direkt für den Bau neuer Kraftwerke aufkommen sollen. Geplant ist eine Auktion, die Investitionen von 15 Milliarden Dollar in neue Anlagen anstoßen soll. Das Ziel ist, dass die Großverbraucher für die von ihnen verursachte Last zahlen, unabhängig davon, ob sie den Strom am Ende tatsächlich abnehmen. Fachleute bezweifeln jedoch die kurzfristige Umsetzbarkeit, weil regulatorische Prozesse und der Bau neuer Gas- oder Atomkraftwerke Jahre in Anspruch nehmen.
Eine erste Reaktion gab es bereits von Microsoft: Das Unternehmen will sich laut seiner "Community First"-Initiative dazu verpflichten, gegen steigende Strompreise vorzugehen.
Die Betreiber von Rechenzentren setzen indes weiter auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Im August des vergangenen Jahres forderten Sie die Beibehaltung der Subventionen, auch mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China zu wahren.
Hauptgrund dürfte eher der Wettbewerb mit China sein
Neben den internen Herausforderungen dürfte auch der internationale Wettbewerb die Dringlichkeit für die US-Regierung erhöhen. Washington betont die Notwendigkeit, das Rennen um künstliche Intelligenz zu gewinnen, wofür eine leistungsfähige und unterbrechungsfreie Stromversorgung notwendig ist. Gleichzeitig baut China seine Energieinfrastruktur in einem Tempo aus, das die USA in den Schatten stellt. Während die USA über eine Kapazität an erneuerbaren Energien von etwa 380 Gigawatt verfügen, installierte China bis Mitte 2024 bereits rund 1.680 Gigawatt. China vereint fast 50 Prozent der weltweiten Solarkapazität auf sich und dominiert den Export grüner Energietechniken.
Dass die US-Regierung nun primär auf sogenannte Grundlast aus fossilen Brennstoffen oder Kernkraft setzt, wirkt wie eine Reaktion auf diese Konkurrenzsituation und die eigenen Engpässe. Währenddessen stecken in den USA über 100 Gigawatt an potenziellen neuen Ressourcen – überwiegend Solar, Wind und Batterien – in den Warteschlangen für den Netzanschluss fest. Es liegt auf der Hand, dass nicht der Umstieg auf erneuerbare Energien die Preise treibt, sondern die Schwierigkeit, das Netz schnell genug an den enormen Hunger der Digitalindustrie anzupassen.
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