Die Preise für Speicher, CPUs und Massenspeicher sind zuletzt enorm gestiegen. Das macht den Weiterbetrieb bestehender Hardware noch interessanter.
Die Preise für RAM, CPUs und SSDs explodieren aufgrund der hohen Nachfrage durch KI. So hat sich zum Beispiel der Preis für einen 128-GB-Speicherriegel (DDR5) im Vergleich zu seinem bisher günstigsten Preis verzehnfacht – von 329 auf 3.329 US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir eine Verfünffachung der Preise bei diesen Komponenten.
Die Preise für Server-DRAM haben sich im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Und auch CPUs und GPUs werden deutlich teurer: Nvidia hat seinen größten Kunden inzwischen mitgeteilt, dass Systeme mit Grace-Blackwell- und Vera-Rubin-Chips ab Anfang 2027 in vielen Konfigurationen mehr als 15 Prozent teurer werden. Die Auftragsfertiger, die diese Systeme für Microsoft, Google und Oracle bauen, geben diese Preise an ihre Kunden weiter.
Und auch bei SSDs ging es bei den Preisen nach oben – um etwa den Faktor fünf bei Enterprise SSDs mit 30 TB. Kleinere SSDs mit einem TB haben sich preislich im Jahresvergleich je nach Modell fast verdreifacht.
Entspannung ist vorerst nicht zu erwarten. Gartner rechnet mit einer angespannten Versorgungslage mindestens bis ins erste Halbjahr 2027.
Die folgende Tabelle zeigt exemplarisch die Entwicklung der Preise für ausgewählte Hardwarekomponenten vom ersten Quartal 2025 bis heute:
| Komponente / Quartal | Q1 2025 | Q2 2025 | Q3 2025 | Q4 2025 | Q1 2026 | Q2 2026 | Q3 2026 |
| CPU: AMD EPYC 9354 (32C) | 1.300 € | 1.320 € | 1.350 € | 1.400 € | 1.480 € | 1.550 € | 1.633 € |
| RAM: Kingston 64GB DDR5 RDIMM | 220 € | 230 € | 255 € | 377 € | 723 € | 1.156 € | 1.329 € |
| SSD: Samsung PM9A3 3.84TB | 320 € | 340 € | 377 € | 512 € | 923 € | 1.592 € | 1.792 € |
| HDD: Seagate Exos X18 18TB | 300 € | 310 € | 326 € | 382 € | 497 € | 761 € | 800 € |
Tabelle: exemplarische Preisentwicklung für Serverkomponenten Q1 2025 bis Q3 2026.
Anmerkungen zu den Daten: Weil die Endkundenmarktpreise ständigen Schwankungen unterliegen und stark vom Distributor, Spot-Markt-Verfügbarkeiten und Volumenrabatten abhängen, wurden die Werte auf Basis der in der Literatur und den Indizes (TrendForce Contract Prices, VDURA Flash Volatility Index, Analystenberichte von Gartner und Counterpoint) dokumentierten Zuwachsraten pro Quartal rückwirkend vom bekannten Q3-2026-Preisniveau errechnet . Alle Angaben verstehen sich als durchschnittliche Marktpreise in Euro (Brutto/Netto-Mischkalkulation im Channel) und dienen der exakten Illustration des relativen Preisauftriebs.

KI-Boom treibt die Preise für Hardware nach oben
Grund für die enorme Preisentwicklung ist der KI-Boom und der damit verbundene Anstieg der Workloads für das Training und die Nutzung der Modelle (Inferenz). KI-Server benötigen viel leistungsfähigen Speicher. Neue Rechenzentren entstehen derzeit weltweit und beanspruchen einen Großteil der Chipproduktion. Weil für KI-Systeme außerdem vor allem High Bandwidth Memory benötigt wird, der bei der Produktion deutlich mehr Ressourcen beansprucht als Standard-RAM, bleiben entsprechend weniger Ressourcen dafür übrig.
Der Austausch von Servern, Storage und Netzwerkkomponenten nach drei bis fünf Betriebsjahren, wie er in vielen Unternehmen bisher üblich war, gerät mit dieser Entwicklung unter enormen Kostendruck. Ein Weiterbetrieb bestehender Hardware wird damit noch attraktiver und bietet enorme Einsparpotenziale. Das gilt allerdings nur dann, wenn Sie beim Weiterbetrieb auf günstige Alternativen zum Herstellersupport setzen.
Third-Party Maintenance
Durch jahrzehntelange Erfahrung wissen wir, worauf es bei der Wartung Ihrer Rechenzentrums-Hardware ankommt. Profitieren Sie nicht nur von unserer Erfahrung, sondern auch von unseren ausgezeichneten Preisen. Holen Sie sich ein unverbindliches Angebot und vergleichen Sie selbst.
Abbildung: Preisanstieg ausgewählte Hardware-Komponenten 2025-2026
Herstellersupport vs. Third Party Maintenance
Beim Neukauf von Hardware erhalten Sie den Support für drei bis fünf Jahre. Die Wartungskosten sind in dieser Phase stark rabattiert oder bereits in den Anschaffungspreis eingerechnet.
Nach dem Ablauf wird dieser Support allerdings deutlich teurer: Hersteller kalkulieren die Verlängerung für Altsysteme mit dem Zwei- bis Vierfachen, obwohl sich weder der Serviceumfang noch die reale Ausfallwahrscheinlichkeit der eingefahrenen Komponenten in diesem Maß verändert haben.
Dieses Verhalten soll den Neukauf rechnerisch attraktiv erscheinen lassen. In der Praxis führt sie dazu, dass funktionstüchtige Systeme aus buchhalterischen Gründen ausgemustert werden. Allerdings sieht die Rechnung in Zeiten deutlich gestiegener Hardwarepreise anders aus – vor allem im Vergleich mit einer besonders attraktiven Variante: dem Weiterbetrieb der Hardware in Verbindung mit Third Party Maintenance.
Bei Third-Party Maintenance (TPM) übernehmen spezialisierte Dienstleister die Hardwarewartung, sobald die Herstellergarantie ausläuft, und kalkulieren nach realem Aufwand statt nach Vertriebszielen.
Gegenüber den Post-Warranty-Tarifen der Hersteller sparen Unternehmen typischerweise 30 bis 80 Prozent der reinen Wartungskosten. Systeme lassen sich auf diesem Weg mindestens sieben bis zehn Jahre über das offizielle EOSL-Datum hinaus betreiben. Aus einer hohen CapEx-Belastung für vorzeitige Neuanschaffungen wird eine planbare OpEx-Position.
Ein zweiter Effekt wird häufig unterschätzt. Gewachsene Rechenzentren sind heterogen aufgebaut: Server von HPE arbeiten zusammen mit Storage von Dell EMC und Switches von Cisco. Ein TPM-Vertrag bündelt das alles in einer Hand. Eigene Verträge, Ansprechpartner und Eskalationswege pro Hersteller entfallen. Das verkürzt die Fehlersuche bei schichtübergreifenden Störungen und erspart die Diskussion darüber, wer bei einem komplexen Fehlerbild die Verantwortung trägt. Sie profitieren von deutlich kürzeren Ausfallzeiten.
Professionelle Anbieter wie Hardwarewartung.com arbeiten mit zertifizierten Technikernetzen, eigenem Zugang zum 3rd-Level-Support und dezentralen Ersatzteildepots. Service-Level bis hin zu 24x7x4 sind damit auch für Hardware machbar, deren Vertrieb der Originalhersteller vor einem Jahrzehnt eingestellt hat.
| Kriterium | Hersteller (OEM) | Third-Party Maintenance |
| Kostenverlauf ab Jahr 4 | Sprunghafter Anstieg, zwei- bis vierfacher Aufschlag | Konstante, risikobasierte Kalkulation |
| Support nach EOSL | Entfällt vollständig | Vertraglich für sieben bis zehn weitere Jahre |
| Vertragsstruktur | Einzelverträge je Hersteller | Ein Vertrag über alle Hersteller hinweg |
| Geschäftsinteresse | Kauf neuer Hardware anstoßen | Stabiler Betrieb der Bestandshardware |
| Ersatzteile | Endet am Tag des offiziellen EOSL | Sekundärmarkt und Vorratshaltung im Depot |
Tabelle: Kosten- und Leistungsstruktur für Support in der Post-Warranty-Phase im Vergleich.
Budget für KI-Workloads freimachen
KI-Workloads brauchen GPU- oder TPU-Kapazität. Wer zusätzlich weitere Dienste wie Active Directories oder Datenbanken auf der neuesten Hardwaregeneration abbilden will, benötigt dafür ein großes Budget.
Besser ist eine Aufteilung der Last: Standard-Workloads laufen weiter auf abgeschriebener, gewarteter Bestandshardware. Die dabei frei werdenden Mittel, bei konsequenter Drittwartung bis zu 80 Prozent der bisherigen Wartungskosten, fließen gezielt in KI-Beschleuniger, hybride Architekturen und Datenprojekte.
Wissen Sie, welche Fristen in Ihren Wartungsverträgen laufen?
Hardwarewartung.com prüft Ihre IT-Wartungsverträge auf Stichtage, Verlängerungsklauseln und Kostenfallen, herstellerübergreifend und unverbindlich.
Was Sie jetzt tun können
- Inventarisieren Sie Ihre Landschaft nach EOL-Datum. Welche Systeme nähern sich dem Ende der Herstellergarantie, welche dem EOSL? Prüfen Sie je Modell die Ersatzteillage auf dem Sekundärmarkt und die Single Points of Failure.
- Stoppen Sie automatische Neubeschaffungen, die allein termingebtrieben sind. Ein Neukauf sollte nur aus wichtigen Gründen erfolgen, etwa dann, wenn die Leistung eines Systems nicht mehr ausreicht oder es keine Ersatzteile mehr gibt.
- Vereinbaren Sie Pre-Stocking für geschäftskritische Komponenten mit einem regional präsenten Partner. So sind Sie auf mögliche Ausfälle bestmöglich vorbereitet..
FAQs: häufige Fragen
Wie lange lässt sich Hardware nach dem EOSL realistisch betreiben?
Sieben bis zehn Jahre über das offizielle EOSL-Datum hinaus sind bei gängigen Server- und Storage-Plattformen üblich, sofern Ersatzteilversorgung und Wartung vertraglich abgesichert sind.
Wie viel spare ich beim Weiterbetrieb von Hardware?
Bei den reinen Wartungskosten liegen die Einsparungen gegenüber den Post-Warranty-Tarifen der Hersteller typischerweise zwischen 30 und 80 Prozent. Der Effekt aus der vermiedenen Neuanschaffung kommt hinzu und fällt 2026 wegen der Speicher- und CPU-Preise besonders ins Gewicht.
Ist der Betrieb ungepatchter Systeme mit ISO 27001 vereinbar?
Ja, wenn Sie kompensierende Maßnahmen aufbauen und dokumentieren: Mikrosegmentierung, Virtual Patching, Out-of-Band-Management mit MFA, Unterbindung ausgehenden Verkehrs, SIEM-Anbindung und geprüfte Backups. Der Auditor bewertet den dokumentierten Umgang mit dem Restrisiko.
Für welche Geräte funktioniert Third Party Maintenance nicht?
Für softwaregetriebene Appliances, deren Wert an laufenden Lizenzen und Threat-Feeds hängt, etwa Next-Generation-Firewalls oder DDoS-Systeme. Auch echte Funktionserweiterungen bleiben Herstellersache. Ein Hybridmodell aus Herstellervertrag für Software und TPM für den Vor-Ort-Service deckt solche Fälle ab.
Was passiert am EOSL-Tag technisch mit dem System?
Nichts. Es gibt keinen Abschaltmechanismus. Die Hardware läuft weiter, es entfallen die Verpflichtungen des Herstellers: Patches, RMA-Automatik und Supportzugang.
Rechnet sich der Weiterbetrieb von Bestandshardware ökologisch?
Ja. Der größte Teil der CO2-Last eines Servers entsteht in der Produktion. Eine längere Nutzungsdauer schlägt den Effizienzgewinn eines Neugeräts im Betrieb deutlich, und die vermiedenen Entsorgungsmengen lassen sich für das CSRD-Reporting beziffern.
Verliere ich mit einem TPM-Vertrag den Anspruch auf Firmware-Updates?
Nein. Für Server und Storage-Produkte, die nach April 2019 in Verkehr gebracht wurden, muss der Hersteller die jeweils letzte Sicherheitsaktualisierung der Firmware kostenlos bereitstellen, mindestens acht Jahre nach dem Inverkehrbringen des letzten Produkts der Modellserie. Eine Kopplung an einen aktiven Wartungsvertrag ist unzulässig.
Wann ist ein Neukauf von Hardware der richtige Weg?
Wenn die Applikationen Leistung verlangen, welche die Bestandshardware nicht liefern kann, etwa bei GPU-gestützten KI-Workloads. Auch bei Systemen außerhalb der Ökodesign-Verordnung mit schlechter Ersatzteillage kann der Austausch die günstigere Variante sein.
Wissen Sie, welche Fristen in Ihren Wartungsverträgen laufen?
Hardwarewartung.com prüft Ihre IT-Wartungsverträge auf Stichtage, Verlängerungsklauseln und Kostenfallen, herstellerübergreifend und unverbindlich.
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