Oracle steht vor einem massiven Stellenabbau, der unternehmensweit zwischen 20.000 und 30.000 Mitarbeiter betreffen könnte. Auch gemessen an der weltweiten Belegschaft von rund 162.000 Angestellten (Stand Mai 2025) wäre das ein drastischer Einschnitt in die Personalstruktur.
Nach einem Bericht von Bloomberg (Paywall) könnten die Entlassungen bereits in diesem Monat anlaufen und quer durch zahlreiche Geschäftsbereiche greifen. Erste interne Maßnahmen wurden bereits ergriffen, indem Oracle offene Stellen in seiner Cloud-Sparte überprüft und Neueinstellungen in diesem Bereich de facto eingefroren hat.
Finanzieller Engpass wegen massiver KI-Investitionen
Die Hauptursache für diesen Schritt ist ein finanzieller Engpass, der durch hohe Investitionen in KI-Rechenzentren verursacht wurde. Oracle versucht, seine Cloud-Infrastruktur aggressiv auszubauen, um Verträge mit Branchenriesen wie Meta, xAI, Nvidia und insbesondere OpenAI bedienen zu können. Allein der Deal mit OpenAI zur Bereitstellung von Rechenkapazitäten hat ein historisches Volumen von 300 Milliarden Dollar.
Um die für diese Kunden benötigte Infrastruktur aufzubauen, sind die Investitionskosten (Capex) rasant gestiegen und sollen im Geschäftsjahr 2026 um 15 Milliarden Dollar auf insgesamt 50 Milliarden Dollar anwachsen. Das stellt Oracle vor massive Herausforderungen, weil sich US-Banken laut Berichten zunehmend bei der Finanzierung dieser Bauprojekte zurückhalten. Das treibt die Kreditkosten für Oracle in die Höhe.
Der geplante Personalabbau soll dem Unternehmen dabei helfen, dringend benötigte 8 bis 10 Milliarden Dollar an freiem Cashflow zu generieren. Zudem spielt auch die Automatisierung eine zentrale Rolle bei den Kündigungen: Oracle streicht ganz gezielt Positionen, von denen das Management erwartet, dass sie bald durch Künstliche Intelligenz übernommen werden können und somit für menschliche Arbeitskräfte obsolet sind.
Reihe von Stellenstreichungen
Die aktuellen Kündigungspläne reihen sich in frühere Jobkürzungen ein, fallen jedoch in ihrem Ausmaß weitaus drastischer aus. Bereits im September 2025 gab Oracle den Start seines bis dahin größten Restrukturierungsprogramms bekannt, für welches das Unternehmen bis zu 1,6 Milliarden Dollar für das laufende Geschäftsjahr einplante, um unter anderem Abfindungen zu finanzieren. Im Rahmen dieser Umstrukturierung trennte sich Oracle Ende 2025 bereits von schätzungsweise 10.000 Mitarbeitern weltweit. Von diesen unternehmensweiten Kürzungen waren zahlreiche Abteilungen betroffen, ironischerweise auch interne Entwicklerteams für maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz.
Darüber hinaus gab es beim Gesundheitssoftware-Anbieter Cerner, den Oracle im Jahr 2022 für 28,3 Milliarden Dollar übernommen hatte, in der Vergangenheit wiederholt Stellenkürzungen. Um die aktuellen Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen, erwägt Oracle Berichten der Investmentbank TD Cowen zufolge nun sogar, sich durch einen Verkauf von Cerner ganz von dieser Sparte zu trennen.
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