In Neu-Isenburg im Süden von Frankfurt entsteht ein neues Rechenzentrum. Gebaut wird es vom europäischen Unternehmen NorthC.
Der europäische Rechenzentrumsbetreiber NorthC hat den Erwerb eines Grundstücks im Süden von Frankfurt am Main bekannt gegeben. Wie das Unternehmen berichtet, wurde ein Areal vom dort ansässigen Family Office Lugman Capital GmbH gekauft, um dort einen neuen Standort für digitale Infrastruktur zu entwickeln. Das geplante Rechenzentrum, das unter dem Namen „Frankfurt 2“ geführt wird, entsteht auf einem rund 9.500 Quadratmeter großen Gelände, das bislang industriell als Lagerfläche genutzt wurde und sich etwa acht Kilometer südlich der Finanzmetropole befindet.

Neu-Isenburg bei Frankfurt: Kartenansicht. Bild: Copyright OpenStreetMap.org
Zukünftige Erweiterungen möglich
Das Bauprojekt soll einem modularen Konzept folgen, das eine flexible Skalierung ermöglicht. Die erste Bauphase soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 betriebsbereit sein. Zum Start dieser ersten Phase plant NorthC, eine IT-Leistung von 4,5 Megawatt auf einer Fläche von 1.830 Quadratmetern bereitzustellen. Das Design sieht vor, dass die Kapazitäten bei Bedarf schrittweise erweitert werden können, ohne dass ein kompletter Neubau nötig wird. Im Endausbau könnte der Standort über 14 Module verfügen, die insgesamt bis zu 10,5 Megawatt Leistung und eine Fläche von knapp 4.300 Quadratmetern bieten.
Aspekte der Nachhaltigkeit
Besonderes Augenmerk legt NorthC bei diesem Projekt nach eigener Aussage auf Nachhaltigkeitsaspekte und die Integration in die lokale Umgebung. Die Planung sieht begrünte Fassaden sowie die Anlage von Blühwiesen auf dem Campus vor, um die Biodiversität zu fördern und das Mikroklima zu verbessern. Technisch ist die Anlage so konzipiert, dass die anfallende Abwärme in lokale Wärmenetze eingespeist werden kann. Zudem setzt der Betreiber auf ein umfangreiches Regenwassernutzungssystem, das monatlich geschätzt über 13.000 Liter Trinkwasser einsparen soll, indem Regenwasser für die Kühlung und Bewässerung verwendet wird.
Strategisch zielt der neue Standort auf rechenintensive Anwendungen ab. Laut NorthC ist die Infrastruktur speziell für High-Performance-Computing und Workloads im Bereich der Künstlichen Intelligenz (AI) ausgelegt. Das carrier-neutrale Rechenzentrum soll direkte Anbindungen an Internetknoten wie den DE-CIX sowie Cloud-Connect-Dienste bieten. Mit „Frankfurt 2“ ergänzt das Unternehmen seine bestehende Präsenz in der Rhein-Main-Region, zu der bereits der Standort „Frankfurt 3“ gehört, und erweitert sein Netzwerk in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz.
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