Cadence Design Systems hat eine KI-basierte Lösung für das Chipdesign vorgestellt, die zu einer deutlichen Beschleunigung im Design neuer Halbleiter führen dürfte.
Als weltweit erste Lösung für agentische KI-Workflows im Chipdesign zielt ChipStack AI Super Agent darauf ab, das Front-End-Design und die Verifikation von Chips grundlegend zu verändern. Der Super Agent arbeitet als autonomes System, das komplexe Aufgabenketten eigenständig bewältigen kann. Das ist ein Paradigmenwechsel von der reinen Assistenz hin zu einer echten Delegation von Ingenieursaufgaben.
Massive Produktivitätssteigerungen durch autonome „virtuelle Ingenieure"
Der wohl größte Vorteil des ChipStack AI Super Agent liegt in seinem Potenzial zur drastischen Steigerung der Produktivität. Cadence verspricht Verbesserungen bis zum Faktor zehn in kritischen Bereichen der Chipentwicklung. Diese Effizienzgewinne werden dadurch erzielt, dass der Agent autonom Designs und Testbenches kodiert, Testpläne erstellt und sogar Regressionstests orchestriert. Außerdem ist das System in der Lage, Fehler selbstständig zu debuggen und automatisch zu beheben – diese Tätigkeiten gehören zu zeitaufwändigsten Aspekten der Hardwareentwicklung.
Technisch wird das durch den Einsatz sogenannter „virtueller Ingenieure" realisiert. Der Super Agent orchestriert diese KI-Instanzen, die wiederum auf die bewährten fundamentalen EDA-Werkzeuge (Electronic Design Automation) von Cadence zugreifen, um Aufgaben zu erledigen. Dabei integriert sich die neue Lösung nahtlos in bestehende KI-Plattformen des Unternehmens wie etwa die Verisium Verification Platform oder den Cadence Cerebrus Intelligent Chip Explorer.
Strategische Auswirkungen auf den Fachkräftemangel
Die Einführung dieser Technologie ist eine direkte Antwort auf drängende Marktprobleme. Paul Cunningham, Vice President für Forschung und Entwicklung bei Cadence, betont, dass die Kunden mit einem signifikanten Mangel an erfahrenen Ingenieuren konfrontiert sind, die für die Umsetzung komplexer Produkt-Roadmaps notwendig wären. Der ChipStack AI Super Agent adressiert dieses Defizit, indem er Routineaufgaben übernimmt.
Anirudh Devgan, CEO von Cadence, erklärt, dass durch den Einsatz intelligenter Agenten knappe Kapazitäten bei Ingenieuren freigesetzt würden, wodurch sich die menschlichen Experten wieder stärker auf Innovationen konzentrieren können, anstatt Zeit mit repetitiven Aufgaben zu verbringen.
Flexibilität und erste Erfolge in der Praxis
Ein weiterer Vorteil des Systems ist seine Flexibilität hinsichtlich der eingesetzten KI-Modelle und Infrastruktur. Der ChipStack AI Super Agent unterstützt sowohl Cloud-basierte als auch On-Premise-Modelle. Dazu gehören offene Modelle wie NVIDIA Nemotron, die angepasst werden können, sowie gehostete Modelle wie GPT von OpenAI.
Unternehmen wie Altera, NVIDIA, Qualcomm und Tenstorrent setzen den Agenten bereits in frühen Phasen ein. Arvind Vidyarthi von Altera berichtet beispielsweise, dass der Verifikationsaufwand in einigen Bereichen tatsächlich um das Zehnfache reduziert werden konnte. Das habe zu einem früheren Abschluss des Projekts geführt.
Ähnlich positiv äußert sich Tenstorrent, wo die Verifikationszeit bei kritischen Designblöcken um das Vierfache gesenkt wurde.
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