Anthropic hat erklärt, Maßnahmen gegen höhere Strompreise von Verbrauchern vornehmen zu wollen, die durch die Rechenzentren des Unternehmens verursacht werden.
Der wachsende Energiebedarf der Rechenzentren in den USA führt zu steigenden Strompreisen. Das belastet nicht nur Unternehmen in anderen Branchen, sondern auch Endverbraucher und kann zu Widerständen gegen den weiteren Ausbau der Infrastruktur führen.
Um dem entgegenzuwirken, verkünden immer mehr Tech-Unternehmen, sie würden sich aktiv gegen steigende Strompreise einsetzen. So hatte zum Beispiel Microsoft im Januar seine "Community First"-Initiative vorgestellt. Bestandteil dieser Initiative sollen unter anderem auch Maßnahmen zur Senkung des Wasserverbrauchs und das Schaffen lokaler Jobs sein.
Auch Anthropic hat nun angekündigt, gegen steigende Strompreise vorgehen zu wollen. Dazu gehören verschiedene Maßnahmen:
- Abdeckung der Infrastrukturkosten: Anthropic will für 100 Prozent der nötigen Erweiterungen am Stromnetz aufkommen, die nötig sind, um die Rechenzentren anzubinden.
- Zusätzliche Stromerzeugung: Um die Stromversorgung der Rechenzentren sicherzustellen, sollen neue Energiequellen angebunden werden. Welche das sein sollen, schreibt Anthropic nicht. Dadurch sollen nachfragebedingte Auswirkungen auf den Strompreis abgedeckt werden.
- Es sollen Systeme zur Begrenzung des Energiebedarfs bei Nachfragespitzen sowie Optimierungen am Stromnetz vorgenommen werden.
Außerdem weist Anthropic auf neue Jobs hin, die für den Betrieb und die Konstruktion der Rechenzentren geschaffen werden sollen.
Anthropic will sich als "verantwortungsvoller Nachbar" erweisen, indem Auswirkungen auf die Umwelt adressiert werden. Dazu gehören auch Kühlungsmethoden mit einem effizienten Wasserverbrauch.
Wo man mit Partnern zusammenarbeite, um Rechenzentren für den eigenen Bedarf zu entwickeln, werde man diese Verpflichtungen direkt umsetzen. Beim Leasing von Kapazitäten aus bestehenden Rechenzentren, sollen weitere Möglichkeiten gesucht werden, die Auswirkungen der entstehenden Last auf die Strompreise zu adressieren.
Vermutlich ist auch diese Ankündigung eine Reaktion auf eine Initiative der US-Regierung. Diese fordert unter anderem, dass Betreiber von Rechenzentren direkt für den Bau neuer Kraftwerke aufkommen sollen.
Es fällt auf, dass in der Ankündigung von Anthropic ebenso wie zuletzt bei Microsoft zu Auswirkungen auf das Klima und zu CO2-Emissionen kein Wort zu finden ist. Lediglich die lokale Umwelt wird genannt. Das lässt vermuten, dass auch die Energieerzeugung für die von Anthropic genutzten Rechenzentren zu einem Teil mit klimaschädlichen fossilen Energieträgern gesichert werden soll.
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