Read AI hat mit „Ada" einen neuen, KI-gesteuerten und E-Mail-basierten Assistenten vorgestellt. Das Unternehmen bezeichnet Ada als einen digitalen Zwilling, der rund um die Uhr im Hintergrund arbeitet, um Nutzer bei ihren täglichen Aufgaben zu entlasten und zu repräsentieren.
Wer ist Ada?
Im Gegensatz zu herkömmlichen Chatbots oder reinen KI-Assistenten ist Ada als Erweiterung des Nutzers konzipiert. Sie funktioniert direkt über den E-Mail-Posteingang und greift nicht auf das Model Context Protocol (MCP) zurück, sondern baut einen eigenen Knowledge Graph basierend auf den Meeting-Daten und verbundenen Diensten des Nutzers auf.
Durch über 20 native Integrationen kann Ada auf Informationen aus Meetings, E-Mails, Nachrichten, Dateien und CRM-Systemen zugreifen. Je mehr Dienste und Kontext man ihr zur Verfügung stellt, desto effizienter arbeitet sie sich ein und übernimmt Aufgaben. Zudem unterstützt Ada über 20 verschiedene Sprachen.
Dabei sollen Mitarbeiter sich während ihrer Abwesenheiten wie zum Beispiel im Urlaub völlig abkoppeln können. Ada ermöglicht es dann, immer noch 50 Prozent der Produktivität aufrecht zu erhalten, wie David Shim, CEO von Read AI, erklärt. Das spare pro Jahr und Mitarbeiter 6.000 US-Dollar ein.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
- Automatische Terminplanung: Setzt man Ada über die Adresse ada@read.ai in einem E-Mail-Verlauf in CC, agiert sie wie ein persönlicher Assistent. Wenn man Ada beispielsweise bittet, einen passenden Termin für alle Beteiligten zu finden, gleicht sie die Verfügbarkeiten ab, schlägt Zeiten vor und verhandelt selbständig mit den anderen Personen im Thread, falls Termine verschoben werden müssen. Dabei schützt Ada laut Anbieter Privatsphäre: Sie hat zwar Zugriff auf den persönlichen Kalender, soll anderen aber niemals die Art oder den Inhalt der bereits bestehenden Termine verraten.
- Intelligente Antworten und Kommunikation: Ada kann Fragen auf Basis der unternehmensinternen Wissensdatenbank, früherer Meetings oder sogar durch öffentliche Internetsuchen beantworten. Wenn in einem E-Mail-Thread eine Frage auftaucht, erstellt Ada einen Entwurf für eine Antwort. Die Antworten sind dabei so gestaltet, dass sie den persönlichen Stil, Prioritäten und Interessen widerspiegeln. Zukünftig soll Ada sogar proaktiv handeln und Nutzer beispielsweise nach einem Meeting daran erinnern, besprochene Follow-up-Aufgaben direkt zu terminieren.
- Die perfekte Abwesenheitsvertretung: Wenn ein Mitarbeiter im Urlaub oder offline ist, kann Ada als Vertretung fungieren. Dazu kann man Ada in der automatischen Abwesenheitsnotiz erwähnen. Wenn Kollegen oder Kunden dann Fragen haben, durchsucht Ada den Informationsbestand und erstellt Antwortentwürfe. Das soll verhindern, dass sich zu viele Aufgaben im Fall einer Abwesenheit ansammeln.
Sicherheit
Der Nutzer soll bei Ada immer die volle Kontrolle behalten. Bevor Ada eine inhaltliche Antwort an andere versendet, die über reine Terminfindung hinausgeht, tritt sie in einem privaten „Sidebar"-Austausch mit dem Nutzer in Kontakt. Dort legt sie den Antwortentwurf vor, den der Nutzer überprüfen, bearbeiten und freigeben kann. Ada gibt nach Angaben des Herstellers niemals sensible Informationen ohne explizite Erlaubnis preis.
Verfügbarkeit
Ada steht den weltweit über 5 Millionen monatlich aktiven Nutzern von Read AI als kostenloser Service zur Verfügung. Um den Assistenten zu aktivieren, reicht es aus, eine E-Mail an „ada@read.ai" mit dem Text „Get me started" zu senden. Ada meldet sich daraufhin, um bei der Einrichtung und Konfiguration zu helfen. Für Unternehmenskunden gibt es zudem die Möglichkeit, den digitalen Zwilling mit einem eigenen Namen und der Firmen-Domain als Marke anzupassen.
Bewertung
Die Möglichkeiten von Ada zeigen zugleich Chancen und Risiken von persönlichen KI-Assistenten. Auf der einen Seite ist es sicherlich hilfreich, sich von lästigen und auch zeitraubenden Aufgaben wie der Abstimmung von Terminen zu befreien und mehr Zeit für das Kerngeschäft zu haben.
Auf der anderen Seite stehen allerdings potenzielle Nachteile. Da wäre zunächst einmal die Nutzererfahrung der Kommunikationspartner. Hier kommt es darauf an, die Gesprächsführung und die Antworten der KI zu testen und nichts dem Zufall zu überlassen, um Frustration und negative Erlebnisse der Gesprächspartner zu vermeiden.
Zweitens verspricht Read AI zwar, dass keine sensiblen Daten nach außen gegeben werden; dabei ist das Risiko dennoch zu beachten. Selbst wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering ist, kann selbst ein einmaliges Datenleck immensen Schaden anrichten.
Und nicht zuletzt bleibt das Problem des Datenschutzes. Die Server von Read AI befinden sich in den USA. Für Nutzer in der EU besteht damit ein Compliance-Problem, weil nicht garantiert werden kann, was mit den Daten geschieht.
So bleibt Ada vor allem ein Tool für experimentierfreudige Nutzer in den USA, welche die digitale Assistentin für nicht kritische Anwendungsfälle ausprobieren möchten.
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