Der Data-Cloud-Anbieter Snowflake und OpenAI haben eine Zusammenarbeit im Volumen von 200 Millionen US-Dollar vereinbart. Kern dieser Kooperation ist die native Bereitstellung der führenden OpenAI-Modelle direkt innerhalb der Snowflake-Plattform. Unternehmenskunden von Snowflake erhalten Zugriff auf leistungsstarke Modelle wie GPT-5.2, ohne dass ihre sensiblen Daten die sichere Umgebung verlassen müssen.
Das Ziel dieser Allianz ist die Entwicklung und Verbreitung von Agentic AI, also KI-Agenten, die in der Lage sind, komplexe Aufgaben autonom zu bewältigen und fundierte Entscheidungen auf Basis unternehmenseigener Daten zu treffen. Durch die Einbindung der Modelle in Snowflake Cortex AI können Konzerne diese Technologien über alle drei großen Clouds hinweg nutzen.
Canva und WHOOP nutzen das System bereits
Ein Vorteil dieses Ansatzes ist die Überbrückung der Kluft zwischen den theoretischen Möglichkeiten der KI und dem tatsächlichen geschäftlichen Mehrwert, weil Unternehmen nun ihre proprietären Datenbestände sicher mit der Intelligenz von OpenAI kombinieren können, um maßgeschneiderte Anwendungen zu entwickeln. Prominente Kunden wie die Design-Plattform Canva oder der Hersteller von Fitness-Trackern, WHOOP, nutzen diese Möglichkeiten bereits, um ihre internen Prozesse zu beschleunigen und neue Funktionen bereitzustellen, ohne dabei Abstriche bei Sicherheit oder Governance machen zu müssen.
Trend: verschiedene KI-Anbieter mit unterschiedlichen Stärken nutzen
Der Deal zwischen Snowflake und OpenAI steht für einen Trend in der IT-Strategie moderner Großunternehmen, der als Modell-Agnostizismus bezeichnet werden kann. Obwohl Snowflake die Zusammenarbeit mit OpenAI intensiviert, bindet sich das Unternehmen nicht exklusiv an einen einzigen Anbieter, sondern verfolgt das Ziel, seinen Kunden Wahlfreiheit zu garantieren. Snowflake hatte erst kürzlich eine ähnlich dotierte Vereinbarung über 200 Millionen US-Dollar mit Anthropic geschlossen.
Diese Strategie basiert auf der Erkenntnis, dass es im Bereich der generativen KI keinen einzelnen Anbieter gibt, der alle Anforderungen abdeckt. Verschiedene Modelle verfügen über unterschiedliche Stärken und Schwächen. Deshalb möchten Unternehmen flexibel zwischen Anbietern wie OpenAI, Google oder Anthropic wählen.
Auch andere Branchengrößen wie ServiceNow verfolgen solche Strategien und schließen Verträge mit mehreren KI-Anbietern ab, um ihren Nutzern maximale Flexibilität zu bieten. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Wettbewerb um die Vorherrschaft im Bereich der Enterprise-AI zunehmend über die Integrationstiefe und die praktische Anwendbarkeit der Modelle auf spezifische Geschäftsdaten entschieden wird, anstatt nur über die reine Leistungsfähigkeit der Algorithmen.
Die Partnerschaft zwischen Snowflake und OpenAI ist zudem keine Einbahnstraße, weil beide Seiten auch als Kunden des jeweils anderen fungieren: Während Snowflake intern ChatGPT Enterprise zur Produktivitätssteigerung seiner Mitarbeiter einsetzt, nutzt OpenAI die Infrastruktur von Snowflake für Analyse- und Testzwecke. Letztlich signalisiert diese enge Verzahnung, dass die Zukunft der Unternehmens-IT in der nahtlosen Verschmelzung von sicherer Datenhaltung und flexibler, modellübergreifender KI liegt.
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