Geld zurück GarantieErfahrungen & Bewertungen zu Hardwarewartung.com eine Marke von Change-IT
  • Kritische Sicherheitslücke in Cisco Smart Install betrifft Netzwerkgeräte

Kritische Sicherheitslücke in Cisco Smart Install betrifft Netzwerkgeräte

Von |2025-08-25T19:14:34+00:0025.8.2025|

Cisco hat eine kritische Sicherheitslücke in der Smart Install-Funktion seiner IOS und IOS XE Software identifiziert. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2018-0171 hat einen hohen CVSS-Basisscore von 9.8. Cisco weist darauf hin, dass diese Schwachstelle weiterhin aktiv ausgenutzt wird und rät dringend dazu, Systeme zu überprüfen und so schnell wie möglich auf eine korrigierte Softwareversion zu aktualisieren.

Erfahren Sie mehr

Ihr Wartungsspezialist im DataCenter

Durch Jahrzehnte lange Erfahrung wissen wir worauf es in Ihrem Data Center ankommt. Profitieren Sie nicht nur von unserer Erfahrung, sondern auch von unseren ausgezeichneten Preisen. Holen Sie sich ein unverbindliches Angebot und vergleichen Sie selbst.

Erfahren Sie mehr

Angriffsarten und Auswirkungen

Die Sicherheitslücke entsteht, weil eine unsachgemäße Überprüfung von Paketdaten erfolgt. Angreifer können die Schwachstelle ausnutzen, indem sie speziell präparierte Smart Install-Nachrichten an ein betroffenes Gerät auf TCP-Port 4786 senden. Ein erfolgreicher Angriff kann einen Pufferüberlauf auf dem Gerät verursachen, was zu verschiedenen schwerwiegenden Konsequenzen führen kann:

  • Ein Neustart des Geräts wird ausgelöst, was einen Denial-of-Service-Zustand (DoS) zur Folge hat.
  • Die Ausführung von beliebigem Code auf dem Gerät wird ermöglicht.
  • Eine unendliche Schleife auf dem Gerät wird verursacht, die einen Watchdog-Absturz auslöst.
  • Es können Konfigurationsdaten gestohlen und ein dauerhafter Zugriff auf die Geräte eingerichtet werden.
  • Nach dem Initialzugriff können Angreifer über den Smart Install Exploit einen Befehl ausführen, der die laufende Konfiguration ändert und den lokalen TFTP-Server aktiviert, um dann die Startkonfiguration abzurufen. Die extrahierten Konfigurationen können Zugangsdaten oder SNMP-Community-Strings enthalten, die für weiteren direkten Zugriff genutzt werden.
  • Angreifer können auch über SNMP initialen Zugriff erhalten und diesen Dienst nutzen, um Befehle zur Modifizierung der Konfiguration zu senden, wodurch neue lokale Benutzerkonten erstellt oder Fernzugriffsdienste wie TELNET aktiviert werden können.
  • Fortgeschrittene Angreifer verwenden möglicherweise auch Firmware-Implantate wie SYNful Knock, um dauerhaften und verdeckten Zugriff über Neustarts hinweg zu sichern.
  • Weitere Methoden umfassen die Modifizierung der TACACS+-Konfiguration zur Behinderung von Remote-Protokollierungen und die Anpassung von Access Control Lists (ACLs), um Zugriff von Angreifer-IP-Adressen zu erlauben.
  • Zur Datensammlung können Angreifer Generic Routing Encapsulation (GRE)-Tunnel einrichten, um Netzwerkverkehr umzuleiten und NetFlow-Daten zu erfassen.
  • Die Exfiltration von Konfigurationsinformationen erfolgt über TFTP, FTP oder SNMP.

Angreifer

Eine bedeutende Bedrohung, die diese Schwachstelle aktiv ausnutzt, ist die russische staatlich geförderte Cyber-Spionagegruppe „Static Tundra". Diese Gruppe wird mit der Einheit Center 16 des FSB in Verbindung gebracht und ist seit über einem Jahrzehnt aktiv. Sie ist darauf spezialisiert, Netzwerkgeräte für langfristige Informationsbeschaffungsoperationen zu kompromittieren. Static Tundra gilt als sehr versiert und nutzt fortschrittliche Methoden, um unentdeckt zu bleiben. Die Gruppe zielt vorrangig auf ungepatchte und End-of-Life-Netzwerkgeräte ab, um Konfigurationsdaten zu stehlen und sich dauerhaften Zugang zu verschaffen. Cisco beobachtet diese Kompromittierungen seit 2015. Die Hauptziele von Static Tundra sind Organisationen in den Bereichen Telekommunikation, Hochschulbildung und Fertigungsindustrie in Nordamerika, Asien, Afrika und Europa, die aufgrund ihres strategischen Interesses für die russische Regierung ausgewählt werden. Es gibt auch Hinweise darauf, dass andere staatlich geförderte Akteure ähnliche Kampagnen durchführen, da der Zugriff auf diese Geräte von vielen als wertvoll angesehen wird.

Betroffene Geräte

Von der Sicherheitslücke sind Cisco-Geräte betroffen, auf denen eine anfällige Version der Cisco IOS oder IOS XE Software läuft und auf denen die Smart Install Client-Funktion aktiviert ist.

  • Nur Smart Install Client-Switches sind anfällig; Geräte, die als Smart Install Director konfiguriert sind, sind nicht betroffen.
  • Die Smart Install Client-Funktion ist standardmäßig auf vielen Switches aktiviert, besonders wenn diese Cisco IOS Software-Releases verwenden, die nicht auf Cisco Bug ID CSCvd36820 aktualisiert wurden.
  • Switches, die Releases vor Cisco IOS Software Release 12.2(52)SE ausführen, können Smart Install nicht direkt betreiben, können aber Smart Install Clients sein, wenn sie den Befehl archive download-sw unterstützen.
  • Zur Überprüfung, ob die Smart Install Client-Funktion aktiviert ist, kann der Befehl show vstack config verwendet werden. Eine Ausgabe, die „Role: Client" und „Oper Mode: Enabled" oder „Role: Client (SmartInstall enabled)" zeigt, bestätigt die Aktivierung.
  • Die aktuell laufende Cisco IOS oder IOS XE Software-Version lässt sich mit dem Befehl show version in der Kommandozeile (CLI) ermitteln.
  • Cisco IOS XR Software und Cisco NX-OS Software sind von dieser Schwachstelle nicht betroffen.
  • Besonders gefährdet sind ungepatchte Netzwerkgeräte und solche, die bereits das „End-of-Life" (EOL) erreichte haben.

Was man dagegen tun kann

Cisco hat kostenlose Software-Updates zur Behebung der Schwachstelle veröffentlicht. Die Installation dieser Updates ist die wichtigste und eine dringend empfohlene Maßnahme. Für Kunden, die die Cisco Smart Install-Funktion nicht benötigen, kann diese mit dem Befehl no vstack deaktiviert werden. In einigen Software-Releases, die mit Cisco Bug ID CSCvd36820 verknüpft sind, deaktiviert sich Smart Install automatisch, wenn es nicht in Gebrauch ist. Es gibt keine Workarounds, welche die Schwachstelle adressieren, wenn die Nutzung von Cisco Smart Install für Kunden erforderlich ist. Kunden ohne Serviceverträge können Software-Upgrades über das Cisco Technical Assistance Center (TAC) erhalten. Der Cisco IOS Software Checker kann dabei helfen, die Betroffenheit durch Sicherheitslücken zu bestimmen und die frühesten korrigierten Releases zu finden.

Zusätzlich zu den Software-Updates und der Deaktivierung der Smart Install-Funktion sollten Organisationen folgende präventive Maßnahmen ergreifen:

  • Ein umfassendes Konfigurationsmanagement und regelmäßige Audits durchführen.
  • Die Authentifizierung, Autorisierung und Befehlsausführung umfassend überwachen.
  • Syslog- und AAA-Protokolle auf ungewöhnliche Aktivitäten überwachen.
  • Netzwerkgeräte auf Änderungen in der Oberfläche prüfen, zum Beispiel auf neue Ports oder geänderten Datenverkehr.
  • NetFlow-Sichtbarkeit entwickeln, um ungewöhnliche Volumenänderungen zu erkennen.
  • Cisco Hardening Guides zur Konfiguration der Geräte nutzen.
  • Telnet deaktivieren und SSH für alle Virtual Teletype (VTY) -Leitungen verwenden.
  • Type 8 Passwörter für lokale Konten und Type 6 für TACACS+-Schlüssel nutzen.
  • Geräte so aggressiv wie möglich aktualisieren, inklusive End-of-Life-Hardware und Software.
  • Komplexe Passwörter und Community-Strings wählen und Standard-Zugangsdaten vermeiden.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einsetzen.
  • Jeglichen Überwachungs- und Konfigurationsverkehr verschlüsseln (z.B. SNMPv3, HTTPS, SSH).
  • Administrative Schnittstellen schützen und überwachen.
  • Alle unverschlüsselten Web-Management-Funktionen deaktivieren.
  • Die Existenz und Korrektheit von Access Control Lists (ACLs) für alle Managementprotokolle überprüfen.
  • Konfigurationen zentral speichern und auf die Geräte übertragen, anstatt den Geräten als primäre Quelle für ihre Konfigurationen zu vertrauen.

Was denkt Hardwarewartung 24?

Diese Vulnerability mit der Einstufung „Catastrophic 1" und einem CVSS-Score von 9.8 verdeutlicht ein grundlegendes Prinzip der IT-Sicherheit: Die größten Risiken entstehen oft nicht durch die Kernfunktionen von Netzwerkgeräten, sondern durch zusätzliche Management- und Convenience-Features. Smart Install ist ein perfektes Beispiel dafür – eine Funktion, die den Rollout vereinfachen soll, aber eine massive Angriffsfläche schafft.

Grundsätzliche Sicherheitsprinzipien:

Bei Netzwerkkomponenten gilt: Je näher man an den grundlegenden Layer 2 und Layer 3 Funktionen bleibt, desto geringer ist typischerweise die Angriffsfläche. Zusätzliche Software-Features wie Smart Install, Web-Interfaces oder automatische Konfigurationsdienste sind fast immer anfälliger für Exploits als die robusten Routing- und Switching-Funktionen, für die die Hardware primär entwickelt wurde.

Risikomanagement bei Hardware-Entscheidungen:

Ein professionelles Risikomanagement bedeutet, bewusste und informierte Entscheidungen zu treffen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass die Art der Hardware – ob neu, gebraucht oder End-of-Life – weniger entscheidend ist als der durchdachte Umgang mit den damit verbundenen Risiken.

Nehmen wir das Beispiel eines Single Point of Failure: Es kann durchaus vertretbar sein, einen einzelnen kritischen Punkt in der Infrastruktur zu akzeptieren, wenn die dahinterliegende Infrastruktur nicht geschäftskritisch ist oder wenn längere Ausfallzeiten verkraftbar sind. Entscheidend ist, dass diese Entscheidung bewusst getroffen wird und ein realistischer Wiederherstellungsplan existiert. Die Investition in Redundanzen muss immer im Verhältnis zum potenziellen Schaden stehen.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen architektonischen und operativen Entscheidungen. Architektonische Entscheidungen betreffen die grundlegende Struktur: Wie viele Verteidigungslinien bauen wir auf? Welche Redundanzen sind sinnvoll? Benötigen wir Multi-Site-Szenarien? Diese Entscheidungen orientieren sich am möglichen Geschäftsschaden und der Eintrittswahrscheinlichkeit. Operative Entscheidungen hingegen betreffen den täglichen Betrieb: Wie schnell spielen wir Patches ein? Welche Überwachungsmechanismen implementieren wir? Wie detailliert sind unsere Notfallhandbücher?

Bei einer Vulnerability wie CVE-2018-0171 zeigt sich jedoch, dass manche Risiken keine Interpretationsspielräume zulassen. Die Tatsache, dass Cisco selbst für EOL-Hardware Patches bereitstellt, unterstreicht die außergewöhnliche Gefährdungslage. Hier verschwimmt die Grenze zwischen architektonischer und operativer Entscheidung – das sofortige Handeln wird zur absoluten Notwendigkeit.

Unsere Position:

Wir unterstützen unsere Kunden dabei, für ihre spezifische Situation die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei dieser Vulnerability ist die Entscheidung klar:

  1. Patches sofort einspielen – keine Diskussion bei dieser Kritikalität
  2. Smart Install deaktivieren, wenn nicht zwingend benötigt
  3. Generell alle nicht essentiellen Management-Features abschalten
  4. Monitoring verstärken zur Erkennung von Anomalien

Die Verfügbarkeit von Patches auch für EOL-Hardware bietet einen klaren Handlungspfad. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wie schnell Sie reagieren können. Ein durchdachtes Risikomanagement bedeutet in diesem Fall: Erkennen Sie die Schwere der Bedrohung an und handeln Sie entsprechend – unabhängig davon, welche Hardware-Strategie Sie normalerweise verfolgen.

Erfahren Sie mehr

Ihr Wartungsspezialist für alle großen Hardware Hersteller

Durch Jahrzehnte lange Erfahrung wissen wir worauf es bei der Wartung Ihrer Data Center Hardware ankommt. Profitieren Sie nicht nur von unserer Erfahrung, sondern auch von unseren ausgezeichneten Preisen. Holen Sie sich ein unverbindliches Angebot und vergleichen Sie selbst.

Erfahren Sie mehr

Weitere Artikel

Über den Autor:

Christian Kunz ist ein bekannter Experte für SEO, Suchmaschinen und die Optimierung für LLMs. Er war außerdem Koordinator für die IT eines Unternehmensbereichs in einem deutschen Internet-Konzern sowie IT-Projektmanager. LinkedIn-Profil von Christian: Christian Kunz
Nach oben